Dulce Chacón
Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte
w_orten & meer 2024
Ein historischer Roman einer wichtigen spanischen Autorin über widerständige Frauen. Ausgezeichnet mit dem Bücherfrauen Literaturpreis "Christine".
Während des Spanischen Bürger*innenkriegs sind sie ins Gefängnis des Franco-Regimes gekommen:
Hortensia, hochschwanger und zum Tode verurteilt. Elvira, deren einziges Verbrechen es ist, dass ihr Bruder auf der ‚falschen Seite‘ steht. Tomasa, die zusehen musste, wie ihre gesamte Familie ermordet wurde. Und Reme, Mutter von 5 Kindern und zu 12 Jahren Knast verurteilt, weil sie eine republikanische Flagge genäht hat.
Außerhalb steht Pepita, Hortensias jüngere Schwester, die sich weder als ‚rot‘ noch als faschistisch versteht und sich aus politischen Verstrickungen lieber heraushalten möchte. Doch die Besuche im Gefängnis führen allmählich dazu, dass auch sie in die Geschichten und Schicksale der anderen Frauen hineingezogen wird.
Auch noch lange nach dem Ende des Bürger*innenkriegs sitzen die Frauen im überfüllten Gefängnis fest – ohne zu wissen, ob sie verurteilt, freigelassen oder hingerichtet werden.
Dulce Chacón hat auf der Grundlage zahlreicher Interviews mit überlebenden Frauen aus den Gefängnissen der Franco-Diktatur in Spanien und deren Angehörigen diesen ergreifenden Roman über Frauen im Widerstand und in den Fängen der Franco-Diktatur geschrieben. Der historisch genaue Roman erzählt fesselnd die weibliche Geschichte unter der Franco-Diktatur. Eine Geschichte, die es bisher noch nicht zu lesen gab.
"Wir halten diesen Roman für literarisch besonders gelungen – durch seinen ganz eigenen Klang, der poetisch und eindringlich ist. Die Sprache ist einfach, sehr direkt, emotional und ergreifend, jedoch nie klischeehaft – manchmal auch humorvoll und drastisch, was wiederum die Schilderung der brutalen Geschehnisse bricht und das Lesen erträglich macht.
Wir würdigen die hervorragende Übersetzungsleistung von Friederike Hofert. Sie hat kreative und glaubwürdige Lösungen für die vielen Dialoge und Redewendungen gefunden. Besonders erwähnenswert ist ihr Nachwort, in dem sie ihr Arbeitsweise erläutert und ihren Arbeitsprozess transparent macht.
Wir würdigen außerdem die Entscheidung des Verlags w_orten & meer, die früh verstorbene Autorin zu entdecken und dieses Werk in deutscher Sprache zugänglich zu machen. Der Roman ist empowernd und macht Mut, sich auch unter widrigen Bedingungen nicht anzupassen und Repressionen kreativ zu begegnen, sich für die eigenen Interessen einzusetzen und miteinander solidarisch zu sein."
– aus der Jurybegründung für die Verleihung des BücherFrauen Literaturpreises "Christine"
Band 1: erd verbunden sein
w_orten & meer 2024
Band 1 der Buchreihe "verbunden sein".
Jeder Atemzug, jeder Schluck Wasser, jede Mahlzeit erinnert uns daran, dass unsere Leben materiell wie spirituell untrennbar mit der Erde verbunden sind.
Die Anthologie inspiriert dazu, Verbunden-Sein jeden Moment aktiv neu zu gestalten: als Ausdrucksform des Lebens in Lebendigkeit.
Eine poetische, essayistische, nachdenkliche, utopische und empowernde Einladung, sich konkret im eigenen Leben mit der Erde und allen Mit-Erdlingen zu verbinden.
Herausgegeben von den für Mensch-Natur-Verbindungen äußerst renommierten Autor*innen Gavin Van Horn, Robin Wall Kimmerer und John Hausdoerffer, vermitteln die fünf Bände zusammen ein umfassendes, vor allem Indigen geprägtes Wissen zu Formen und Weisen der Verbindung mit Erde, Ort, anderen Menschen, anderen Wesen und dem eigenen Handeln.
In allen fünf Bänden wird mit unterschiedlicher Fokussierung ausdifferenziert, was es heißt, nicht-menschliches Leben als gleichberechtigt anzusehen, Menschen als Teil lokaler Ökologien aufzufassen und eine Sprache zu finden, die neue Formen von Bezugnahmen auf anderes Lebendige ermöglicht.
Big Ideas. Das LGBTQIA*-Buch
DK Verlag 2024
Die Geschichte von LGBTQIA* grundlegend und anschaulich erklärt
Was haben Menschen früher unter „Gender“ verstanden? Wie hat die LGBTQIA*-Bewegung die Welt in den letzten 150 Jahren verändert? Dieses innovative Nachschlagewerk beantwortet Fragen über die Geschichte der LGBTQIA*-Kultur mit informativen Diagrammen und originellen Grafiken – klar und leicht verständlich. Von Gender und Sexualität im antiken Griechenland bis hin zum heutigen LGBTQIA*-Aktivismus in Asien.
Jessamine Chan
Institut für gute Mütter
Ullstein 2023
Bin ich eine schlechte Mutter?
Frida ist überfordert: Ihr Baby Harriet schreit und schreit und alles, wonach sich die alleinerziehende Mutter sehnt, ist eine halbe Stunde Ruhe und etwas Zeit für sich. Als sie das kleine Mädchen für eine Stunde unbeaufsichtigt zu Hause lässt, ruft ein Nachbar die Polizei. Was dann folgt, ist der Albtraum einer jeden Mutter: Frida verliert das Sorgerecht und wird in eine Besserungsanstalt gesteckt. Im Institut für gute Mütter soll sie mithilfe einer KI-Puppe lernen, was es heißt, eine gute Mutter zu sein. Ein Jahr totaler Überwachung, Strafen und unmenschlicher Lektionen nimmt seinen Lauf.
“Chan erweist sich als fulminante Chronistin einer emotionalen Hölle; man entkommt dem existenziellen Ringen der ebenso liebenden wie ohnmächtigen Protagonistin nicht..”
– Sylvie-Sophie Schindler/ Freitag
Eine ausführliche Besprechung von SWR2 - Lesenswert (01.06.2023) gibt es hier.
Tina Makereti
In der Tiefe der Wurzeln beginnt ein Singen
w_orten & meer 2022
Aotearoa, die 1880er Jahre. Mere und ihr bester Freund Iraia sehnen sich nach Unabhängigkeit. Sie werden weit über die Grenzen und die Isolation, aber auch über die Sicherheit ihrer Heimat in den Fjorden der Südinsel Aotearoas hinaus reisen müssen.
Einhundert Jahre später, 1980: die Zwillinge Lula und Bigsy lernen nach dem Tod ihrer Mutter Tui, dass diese viele Dinge vor ihnen geheim hielt – insbesondere, was ihre Herkunft angeht. Auch sie werden eine Reise antreten, über die Grenzen der ihnen bekannten Welt hinaus – zu einer Insel am östlichen Rand Aotearoas, von deren Existenz und Geschichte sowie deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nicht wussten.
Wie tief ist Herkunft? Wie vielschichtig, vielstimmig und auch widersprüchlich? Was bedeutet es, Indigen und diskriminiert zu werden und gleichzeitig auch selbst Teil eines gewaltvollen Machtverhältnisses zu sein?
Der Roman Tina Makeretis eröffnet einen Blick auf ein bisher kaum behandeltes Kapitel der Geschichte Aotearoas. Er stellt komplexe und höchst aktuelle Fragen, die weit über Neuseeland hinausreichen und ein neues Licht auf die Komplexität und Wirkung von Rassismus im Leben von Individuen über Generationen hinweg werfen.
“In der Tiefe der Wurzeln beginnt ein Singen nimmt dieses Jahr den Platz als wertvollstes Buch für mich ein. Sprachlich fein und sanft erzählt Tina Makereti in Milde gegenüber ihren Charakteren mit wohldosierter Mystik die Wucht der uns zumeist unbekannten historischen Details Neuseelands. Dabei variieren die weiblichen Figuren in voller Stärke facettenreich – das große Bonbon.”
– Melanie Snigula / nocheinbuch
“Der fesselnde Roman erzählt am fiktiven Beispiel von Lulas Familie und Vorfahren vom relativ unbekannten Schicksal der Moriori, ihrer Kultur und Religion. Letztere wird besonders durch eingeschobene Kapitel aus der Sicht des Geistwesens eines Vorfahrens Iraias auf faszinierende Weise den Leser*innen nahegebracht. Sehr empfohlen.”
– Ellen Kipple, ekz.bibliotheksservice
"Die Imi-Passagen verweben die drei Zeitebenen und bedienen sich dabei einer wundersam poetisch verfremdeten Grammatik.
Es ist eine nicht geringe Leistung der Übersetzerin Friederike Hofert, den seltsamen Zauber dieser Reden im Deutschen bewahrt zu haben. "
– Ulf von Rauchhaupt/ Frankfurter Allgemeine
NoViolet Bulawayo
Snapshots
(gemeinsam mit Martina Kollross)
in: Sonja Frenzel, Stephanie Kreiner (Hrsg.)
Snapshots. Stories from African Countries
Schnappschüsse. Erzählungen aus afrikanischen Ländern
Düsseldorf übersetzt 2018
Schnappschüsse sind Momentaufnahmen. Manchmal verweisen sie beispielhaft auf einen breiteren Kontext, manchmal halten sie eine einzigartige Begebenheit fest, meist aber tun sie beides zugleich.
Die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten aus fünf afrikanischen Ländern sind, jede für sich gelesen, einzigartige Momentaufnahmen. Doch lassen sich in dieser Vielfalt durchaus gemeinsame Themen und Motive erkennen, die Grenzen überschreitende Einblicke in einen breiteren afrikanischen Kontext geben – und dabei doch immer Schnappschüsse bleiben.
Fausto Alzati Fernández
Waiting for the Night
in: Bianca Morales García (Hrsg.)
Algo tan trivial/ Sowas ganz Banales
Düsseldorf übersetzt 2018
Dieses Buch ist kein Exorzismus, so Fausto Alzati Fernández. Genauso wenig ist es ein Zeugnis oder eine Klage. Vielmehr versteht der Autor es als Freundschaftserklärung, die nicht etwa an eine nahestehende Person gerichtet ist, sondern an die Dämonen, die sein Leben beeinflusst haben.
Tom Victor
Alles top mit Jürgen Klopp
Droemer Knaur 2020
Der Matchplan deines Lebens – mit der Kloppo-Strategie gehst du immer als strahlender Sieger vom Platz.
Gogu Shyamala
Vielleicht ist Vater ein Elefant
(gemeinsam mit Ann-Kathrin Kranz)
In: Kreiner, Stephanie (Hrsg.)
Das Klagelied des Wasserspeichers. Erzählungen aus Indien
Löcker Verlag, edition pen 2017
In zwölf Erzählungen zeichnet Gogu Shyamala ein eindrucksvolles Bild vom Leben der sogenannten Unberührbaren in den ländlichen Gegenden Südindiens.